Retrospektive Countdown: 1986
Datum:
21.07.10

Foto: Harket & K. Dahl
Der Blick zurück: Was geschah vor 25 Jahren

In unserem zweiten Teil des Retrospektive Countdowns (hier geht es zum ersten Teil), blicken wir zurück auf das Jahr 1986, in dem a-ha zum ersten Mal Tourneeluft schnupperten und vor ausverkauften Häuser auf der ganzen Welt spielten. Ein Traum, der viel Arbeit und Disziplin bedeutete.

Bis zum großen Abschlusskonzert am 04. Dezember 2010 in Oslo werden wir in den Jahren weiter fortschreiten und so noch einmal a-has einzigartige Karriere mit all ihren Höhen und Tiefen skizzieren.


1986 Das folgende Jahr war hauptsächlich von Auftritten, Konzerten, Interviews, Singleveröffentlichungen, Promotion und vor allem Preisverleihungen dominiert. So begann der Januar gleich mit drei Auszeichnungen beim norwegischen Spellemannpris, wo a-ha den Preis fürs beste Album, das beste Video und den Spellemann des Jahres mit nach Hause nehmen durften. Turbulent und aufregend ging der Januar weiter. Am 23. folgte eine der spektakulärsten Autogrammstunden im legendären HMV Store in der Oxford Street von London. Die Fans strömten in solchen Massen herbei, dass der Verkehr auf den angrenzenden Straßen zum erliegen kam. Im Februar durften sich a-ha dann über zwei Nominierungen beim Grammy Award freuen, mussten sich in den Kategorien Bestes Album und New Artist jedoch Linda Ronstadt und Sade Lyrics geschlagen geben.

Am 21. März reihte sich a-has dritte Single, „Train of Thought“, in die Veröffentlichungen ein. Aber auch wenn das Video mit seinem Comicstil stark an „Take on me“ erinnerte, konnte die Single in den Charts nicht mehr wirklich mit seinen beiden Vorgängern mithalten. In Deutschland reichte es gerade einmal für Platz 14, in den UK immerhin noch für Platz 8. Im Königreich konnten sie diesen Status auch bei den folgenden drei Veröffentlichungen gut halten und schafften es sowohl mit „Hunting High and low“, „I’ve been losing you“, wie auch mit „Cry Wolf“ in die Top 10 und Top 5 der englischen Singlecharts. In Deutschland hingegen reichte es „nur“ für die Top 20. Erst das im Herbst, am 06. Oktober, erscheinende Album „Scoundrel Days“ besserte diese Bilanz mit einem vierten Platz wieder auf. In Norwegen hielten Morten, Magne und Paul damit zudem drei Wochen Platz 1, in England gab es Platz 2 und innerhalb weniger Wochen erreichte das Album hierzulande Goldstatus. Und auch das Debutalbum „Hunting High and Low“ durfte sich über eine Goldauszeichnung freuen.

Am 10. April 1986 gaben a-ha auf einer Pressekonferenz in London ihre erste große Welttournee bekannt, die sie vom 03. Juni bis zum 31. Dezember mit 118 Konzerten über vier Kontinente und druch 13 Länder führen sollte. Den Anfang machte Perth in Australien, in Deutschland legten a-ha vom 14. bis 22. November mit sieben Konzerten einen Zwischenstop ein und gaben ihr letztes Konzert des Jahres am Sylvesterabend in der Royal Albert Hall in London. Auf der Setlist standen „Train of thought“, „Love is reason“, „Living a boy’s adventure Tale“, „Cry Wolf“, „The blue sky“, „Manhattan Skyline“, „The sun always shines on TV“, „Driftwood“, „Here I stand and face the rain“, „Wahles“, „And you tell me“, „Hunting high and low“, „Dream Myself Alive“ und „Scoundrel Days“. Als Zugabe gab es „Take on me“.

Während ihres Touraufenthaltes vom 08. August bis 24. Oktober 1986, erlebten a-ha wohl einen frühen Höhepunkt ihrer Karriere. Dort durften sie sich am 05. September in der Radio City Music Hall in New York City gleich acht der begehrte MTV Video Music Awards abholen. Ausgezeichnet wurden sie mit dem „Viewer’s Choice“ Award und als „Best new artist“. Das Video „Take on me“ erhielt zudem die Auszeichnung als „Best concept video“, „Most experimental video“, „Best direction“, „Best special effects“, „Best editing“ und „Best cinematography“. Zudem gab es Nominierungen in den Kategorien „Best group video“, „Best art direction“ und „Video of the year“, das allerdings an Dire Straits und „Mony for nothing“ ging. Zuvor gab es für die a-ha Fans jedoch einen kleinen Schock. Am 15. August meldeten Ärzte aus einem Krankenhaus in Vancouver, Kanada, dass Morten an den Stimmbändern operriert werden müsse. In einer kurzfristig angelegten OP wurden Morten zwei Zysten entfernt und am Abend stand er trotz Warnung der Ärzte wieder auf der Bühne. Die Situation, so Morten später, wurde den Fans erklärt, die Setlist um zwei Nummern gekürzt und Interviews wurden nur noch in eingeschränkten Rahmen gegeben. Die Stimme hielt.

Mitte Oktober konnten sich die Fans schließlich über die erste offizielle a-ha Biografie freuen, die die Geschichte der noch recht jungen Band von den schweren Anfängen in Oslo und London erzählt. Und auch wenn das Buch „Så blåser det på jorden“, übrigens verfasst von Mortens älterem Bruder und Journalist Håkon und dessem guten Freund Henning Kramer Dahl, auf Norwegisch war, verkaufte es sich weltweit und gehört heute zu einem der begehrtesten Sammlerstücke.

In Deutschland gewannen Morten, Magne und Paul Ende des Jahres schließlich die Wahl zur „Besten Rockgruppe“ und erhielten den Goldenen Otto, herausgegeben von „Bravo“, einem großen Jugendmagazin. Auf dessen Cover schafften es a-ha in diesem Jahr insgesamt fünf Mal (Ausgabe 2, 7, 9, 35 und 40), wobei das Hauptaugenmerk bei den Titelstorys auf Mortens Privatleben lag. In der Ausgabe 1 bis 11 durften sich die Fans zudem über Sammelposter freuen, die am Ende den lebensgroßen Starschnitt der Band ergaben. In den Bravo Jahrescharts landeten a-ha zudem mit den Songs „Hunting High and Low“ und „I’ve been losing you“ auf Platz 2 und 14.

Geschrieben vom a-ha-net Team     Die letzten fünf Artikel drucken
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